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Ein Freizeitwissenschaftler ist durch seine
Hochschulausbildung ein Meister in der Präsentation und sollte daher auch
in der Lage sein , eine formal korrekte und ansprechende Bewerbung zu
erstellen. Wer sich die wichtigsten Punkte, auf die es ankommt nochmals vor
Augen führen möchte , kann dazu die neue Broschüre
"Berufseinstieg und Bewerben" von Christina Weiss von der HS Bremen lesen. Sie
ist zwar ursprunglich für Frauen in technischen Studiengängen
geschrieben worden, aber für beide Geschlechter bestens geeignet. Sie
enthält die Kapitel:
Studenten und Absolventen können diese Broschüre
entweder über Sandra Conrad-Juhls oder direkt bei Christina Weiss beziehen
(www.femina-technica.hs-bremen.de)
. Der Broschüre ist kostenlos.
(Red.: M-A. Wirth)
Zur Zeit haben es leider auch Absolventen schwer, einen geeigneten Arbeitsplatz zu bekommen. Ein Mangel an Arbeitsplätzen für Akademiker in der Freizeitwirtschaft und ein Überangebot an erfahrenem Personal führen zu dieser Situation. Personalentscheider müssen sich im Zuge der Bewerbungsverfahren häufig durch mehr als Hundert Bewerbungsmappen durcharbeiten. Folglich widmen sie der einzelnen Bewerbungsunterlage nicht mehr als zwei Minuten. Der Bewerber muss also nun seine Bewerbungsmappe so gestalten, dass sie den Personalchef innerhalb dieser zwei Minuten so überzeugt, dass er intensiver nachliest und den Bewerber schlussendlich in die engere Wahl einbezieht. Aus dem Marketing ist uns allen der Begriff A.I.D.A. bekannt. Mit dem hinter diesem Begriff stehenden Verfahren sollen potentielle Kunden für ein Produkt begeistert und zum Kauf bewegt werden. Dies kann man auch auf den Bewerber übertragen, der seine Arbeitskraft vermarkten möchte. Wie das genau aussieht, wird im Folgenden näher beschrieben:
Attention - Aufmerksamkeit (A)
Wenn sich ein Personalleiter pro Jahr mit Dutzenden oder Hunderten Bewerbungen
befasst, sollten man besondere Aufmerksamkeit erlangen, um sich vom
Wettbewerbsumfeld zu unterscheiden. Ein Unternehmen wird sich in den ersten
zwei Minuten nicht nur mit der Qualifikation und den "Hard Facts"
beschäftigen. Daher sollte man holistisch überzeugen.(Das haben wir
FreizeitwissenschaftlerInnen gelernt).Das beginnt mit einem besonderen
Versandkuvert, das sich von einem gewönhlichen Kuvert unterscheidet (z.B.
in Farbe und Material. Wenn man vermeiden möchte, dass ein Kuvert offen
beim Empfänger eintrifft, sollte man es zukleben. Daraus wird geschlossen,
dass der Bewerber über eine vorausschauende Arbeitsweise verfügt.).
Wenn der Betrachter es öffnet, soll er seine guten Gefühle
bestätigt finden, indem auch das Anschreiben hochwertig wirkt (z.B. 100
g/qm oder 120 g/qm Papier verwenden.) und von der Optik her zum Lesen
animiert(Schriftart Tahoma,Arial oder Verdana wählen). Die Bewerbungsmappe
soll nicht abschrecken, sondern überzeugen. Durch ein transparentes
Deckblatt (daher keine geschlossenen Mappen verwenden!!) soll ihn am besten ein
sympathisches Bild anlächeln. Es ist offensichtlich, dass die Unterlagen
nicht mehrfach verwandt wurden(!). Davon zeugt allein schon die Tatsache, dass
auf dem Deckblatt der Namen des Unternehmens vermerkt ist.
Interest - Interesse (I)
In dieser Weise eingestimmt, ist der Personaler gern bereit, sich dann mit den
Inhalten auseinander zu setzen. Der Eingangssatz im Anschreiben ist gut
gelungen. Statt "Mit Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen…"
fängt der Bewerber mit einem individuellen, auf das Unternehmen bezogenen
Satz an. Die Absätze sind überschaubar, durch Leerzeilen getrennt.
Der Personalentscheider sollte das Gefühl erhalten, dass er sich jedes Mal
neu entscheiden kann, ob er weiter lesen möchte. Der Aufbau des
Anschreibens ist aber so gut gelungen, dass der Gedanke, die Bewerbung zur
Seite zu legen gar nicht erst aufkommt. Statt nur auf Positionen und
Verantwortungen zu verweisen, berichtet das Anschreiben auch von Ergebnissen
des Handelns und von persönlichen Erfolgen. Der Bewerber beschreibt kurz
und präszise, was ihn einzigartig für den ausgeschriebenen
Arbeitsplatz macht. All das wird auf einer DIN A4 Seite untergebracht..Das
Interesse ist geweckt worden.
Desire - Wunsch (D)
Nun möchte das Unternehmen mehr über den Kandidaten erfahren. Der
Lebenslauf wird zur Hand genommen. Dieser ist ebenso klar und
übersichtlich gestaltet.Der Werdegang erläutert. Auf einen Blick ist
deutlich, wann der Bewerber bei welchem Unternehmen in welcher Funktion
beschäftigt war und worin seine Hauptaufgaben bestanden. Außerdem
hat der Lebenslauf einen individuellen Schliff. Der Bewerber macht zu den
einzelnen Unternehmen noch einige Angaben: Produkte und Dienstleistungen,
Anzahl der Mitarbeiter , aussagefähige Kennzahlen für seinen Bereich
sowie eine Internetadresse. Die Firma Hans Dampf GmbH in Posemuckel erwacht
plötzlich zum Leben! Vielleicht rundet eine "dritte Seite" mit
Beschreibungen zu Studieninhalten und besonderen Projekten, die der Bewerber
absolviert hat das Profil ab. Beigefügte Zeugnisse bestätigen die
vorherigen Aussagen. Der Bewerber weiß worauf es ankommt und gewinnt
weiterhin durch Professionalität. Beim Unternehmen kommt jetzt der Wunsch
auf, den Bewerber kennen lernen zu wollen.
Action - Aktion (A)
Die Aktion kann nur darin bestehen, den Kandidaten zu einem
Vorstellungsgespräch einzuladen. Es war nicht nur die Qualifikation die
überzeugt hat. Es war die gesamte Bewerbung, die holistisch wahrgenommen
wurde, die zur Einladung geführt hat. Der Bewerber hat es verstanden, den
Personalentscheider Schritt für Schritt durch seine Unterlagen
hindurchzuführen. Er hat gewusst, dass die Einladung das Ergebnis einer
Mischung aus "Bauch und Verstand" beim Empfänger ist - und seine Bewerbung
danach entsprechend gestaltet.
(Red. M.-A.Wirth)